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Sun is shining, weather is sweet
Der diesjährige Chiemsee Reggae Summer wäre ein Festival gewesen, bei dem Bob Marley sicher gerne aufgetreten wäre. Mit 25000 Fans dieses Jahr sehr gut besucht. Auch das Wetter war gnädiger als das Jahr davor. Zu Temperaturen wie in der Karibik. Iriepathie eröffneten das Festival. Die von den beiden Brüdern "Professor" und "Syrix" gegründete Formation aus Österreich brachten diesen Sommer 30 Shows über die Bühne. Somit wurde mächtig eingeheizt für den "Messenger". Luciano betrat in einem Desert- Camouflage Outfit die Bühne. Seine Wüstenuniform passte hervorragend zu diesen Temperaturen. Der mehrmalig ausgezeichnete Roots Reggae Künstler ist im Moment auf Tournee um sein neues Album "Rub-a-Dub Market" vorzustellen. Der Titelsong des Albums wurde vom Publikum sogar schon textsicher mitgesungen. Luciano legte sogar einen "Flic-Flac" auf der Bühne hin, als er "Who could it be" zum besten gab. Mit dem "Redemption Song" von Bob Marley das schliesslich in Buju's "Destiny" endete, verlies Luciano die Bühne aufgrund eines strikten Zeitplans. Nach einer kurzen Umbauphase kam Leba auf die Bühne. Die Tochter von Toots Hibbert nutzte die Gelegenheit um einige Songs ihres Debut-Albums "Intoxicated" vorzustellen. Als Toots Hibbert dann die Bühne mit dem Song "Pressure Drop" betrat, gab es für die Fans kein halten mehr. Der Mann der das Wort "Reggae" erfand kann ganz leicht aus einem Repatoire von mindestens 31 Nummer eins Hits (Jamaika Charts) auswählen und somit jung und alt im Publikum begeistern. Heftig abgetanzt wurde zu den Hits "54-46" und der Coverversion von "Country Roads".
Nach drei Zugaben war dann leider Schluss. Als Capleton seinen Auftritt mit Liedern wie "That Day will come" und "Jah Jah City" sang, gab es wiederum kein Halten mehr für die Massen. King Shango sprang wie wie wild von einer Seite der Bühne zur anderen und entfachte so schon fast eine Feuerspur. Ein Garant für genügend Vibes. Nach nur einer Zugabe begann der Umbau der Bühne von neuem. Immer mehr Menschen strömten aufs Gelände um den Headliner des Freitags zu sehen. Patrice & the Supowers. Patrice begann sein Set mit einer acoustic Version von "Everyday good", welcher sofort von den Fans mitgesungen wurde. Nachdem sich die meisten jüngeren Alters vor der Hauptbühne versammelt hatten traf man die ältere Generation vor der Zeltbühne, wo zwei Veteranen des Reggae, U Brown & Prezident Brown ihre Klassiker darboten. Die wenigen Menschen die es in dem "Sauna" Zelt aushielten, brachten die selbe Energie und Vibes wie die Mehrheit die bei Patrice abfeierte. Am Samstag konnte dann letztlich nur das Line-up für Stimmung sorgen da sich das Wetter über Nacht drastisch verschlechtert hatte. Somit wurde einem schon wärmer bei dem Gedanken an die Auftritte von Perfect & House of Riddim, Lutan Fyah, Lee Scratch Perry, Ziggy Marley und Mono & Nikitaman als Headliner des Samstags. Supervision eröffneten den Samstag auf der Hauptbühne und hatten einen harten Kampf gegen das Wetter. Aber genauso wie Uwe Kaa & One Drop Band meisterten sie diese Herausforderung. Als der ehemalige jamaikanische Fussballprofi Lutan Fyah die Bühne betrat, regnete es noch immer. Die Fans des Chiemsee Reggae Summer sind aber gegen dieses miese Wetter scheinbar immun. Lutan Fyah spürte das und kämpfte mit Songs wie "Inquity Worker Congregation" gegen die Kälte, woraufhin die Menge vor der Hauptbühne einen ordentlich "Foward" dafür gab. Danach kam Perfect auf die Bühne, der genauso wie Lutan Fyah von House of Riddim unterstützt wurde. Perfect beendete sein Set mit einer eigenwilligen Version des "Wipe Out" Riddims.Auf der Zeltbühne wurde währenddessen ein Feuer von Münchens Reggae Empress, Sara Lugo, entfacht das sich sehen lassen kann. Fyah T stieg zum ersten Lied mit ein und konnte auch durch nur einen kurzen Auftritt die Menge begeistern. Danach war es Zeit für einen weiteren Klassiker auf der Hauptbühne. Der selbsternannte Präsident des "IWF", der seine Dubs von Aliens bekommen haben soll, jagte erst den Devil und dann die "Crazy Baldheads" vom Festivalgelände. Im 30. Todesjahr von Bob Marley brachte Lee Perry ihm zu Ehren Songs, wie "Sun is shining" und "Jah Jah live" zum besten die er damals mit produzierte. "Inspector Gagdet", ein Lied über eine französische Cartoon Serie, endete in einer schweren Dub Version. Mit einer eigenwilligen Performance von "On the wire" beendete Lee Perry seine ca. 90 minütige Show. Immer mehr Menschen strömten auf das Gelände um den Sohn der Legende zu sehen. Ziggy Marley eröffnete seine Show mit dem Song " Tomorrow People". "Is this Love" regte jeden zum mitklatschen an und Lieder wie " Look who's dancing" und "Love is my Religion" waren die absoluten Highlights. Ziggy beendete sein Set mit einer wunderbaren Version des Titels "Jamming". Nun waren alle bereit für die den Hauptakt des Tages. Mono & Nikitaman sind alte Chiemsee Veteranen und somit war es kein Problem für sie mit dem Druck nach Ziggy Marley zu spielen, umzugehen. Als am Sonntag die Sonne wieder aufging waren die Temperaturen wieder auf einem angenehmen Niveau. Somit fand sich dann doch noch eine stattliche Zuschauergemeinde vor der Hauptbühne um zum Opener The Real Mc Coy richtig abzugehen. Junior Kelly profitierte von der aufgeheizten Menge und gab eine solide Show ab. Schade nur, dass an diesem Tage weniger Reggae Künstler auf der Hauptbühne spielten. Doch recht ansehnlich waren die Fans die zu den Klängen von Jamaica Papa Curvin tanzten. Dieser kam sogar mit den technischen Problemen seines Mikrophones ohne auffallen zurecht. Während Clueso auf der Hauptbühne sein neues Album vorstellte kam direkt vom "Reggaeville Weekender" in Dortmund, Linval Thompson auf die Zeltbühne. Seine Karierre starte er mit zwanzig Jahren und er arbeitete auch als Produzent für Künstler wie Eek a Mouse oder Barrington Levy. Linval Thompson brauchte auch nur einen Ton zu singen und schon waren seine Fans in Bewegung. Herauszuheben sind Hits wie "Jah Jah dredder than dread", "Cool down your temper" und "Jamaican Collie". Das einzige Problem war nur das fast gleichzeitig Jimmy Cliff, der Headliner des diesjährigen Chiemsee Reggae Summers, auf der Hauptbühne spielte. Bei Songs wie "Wild World" und "Reggae Night" wurde sofort getanzt und kräftig mitgesungen. Anstatt "Vietnam" sang Jimmy Cliff "Afghanistan", um auf die gegenwärtige Situation in dem Land hinzuweisen. Nachdem auch die Klassiker "Many rivers to cross", "The harder they come" und "Beautiful People" nicht fehlten war dann auch leider Schluss. Ein wunderbares Ende für einen friedlichen Chiemsee Reggae Summer 2011.
Als Künstler für das nächste Jahr steht auch wieder ein Chiemsee Veteran fest. Gentleman kommt mal wieder zu Besuch. Wer sich also schon Karten sichern will kann dies auf www.chiemsee-reggae.de mit Frühbucher-Rabatt schon jetzt tun. Die Befestigung des Festivalgeländes hat sich bewehrt und wird bestimmt bis zum nächsten Jahr noch verbessert werden. (BF)