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Chiemsee Reggae Summer 2005
Wie auch schon im letzten Jahr stand der Chiemsee-Reggae-Summer wettermäßig unter keinem guten Stern. Die 25.000 Besucher mit ihren 50.000 Füßen besorgten den Rest.

Doch das Wetter konnte die Stimmung nur wenig trüben, sodass es trotz häufiger Regenschauer, von Freitag Nacht an, an guter Laune nicht mangelte.

Die Darbietungen der 40 Bands auf der Hauptbühne und im Zelt überzeugten fast alle. Den Anfang machte Ozomatli, dann unplanmäßig Culcha Candela am Freitag bei noch warmem, sonnigen Wetter, gefolgt von dem blinden Sängerpaar Amadou & Mariam, der Höhepunkt war eindeutig Jimmy Cliff, der bei Jung und Alt am besten ankam und uns teilhaben ließ an dem wunderbaren Song „Rivers of Babylon“, den er schon seit Jahren völlig unplugged nur mit einer Trommel singt. Der Abend klang aus mit Gentleman, bei dem leider viel gesampled wurde.

Im Zelt feierte derweil Irie Révoltés, Dub Invaders, Wally Warning, die Band Jamram unter viel Beifall ihre Chiemsee-Reggae-Premiere, gefolgt von Weißwurscht is, Afrika Bambaataa, Massive B Soundsystem feat. Bobby Konders ls Banky Hype und Coke dj-culture feat. Vincent Fries.

Doch schon am Ende des ersten Abends begann es zu regnen, wobei viele Zelte feucht und undicht wurden. Viele tanzten aber auch die Nacht durch.

Bis Samstag Mittag verschlimmerte sich dann aber Regen und Schlamm, so dass Gummistiefel angebracht waren, um seine Schuhe nicht zu verlieren.

Am Samstag begannen The Sixth Revelation das Progamm, gefolgt von Ohrbooten, Roy Paci & Aretuska,  Desmond Dekker, Natty Flo & One Drop Band, der einen würdigen Ersatz für die im Stau stehenden Toots & Maytals lieferte, Patrice und Jean Paul, der leider auf der Bühne nicht besonders überzeugte.

In der Zeltbühne präsentierten sich in der Zwischenzeit  Mutabor, Saloniki Surfers, Silly Walks feat. Bitty McLean, Lilian Gold & Band feat. Pat. Les Babacools, Barney Millah, david Rodigan feat. General Levy und Coke dj-culture feat. Vincent Fries.

Nach Ende der Konzerte wurde munter im Biergarten-Zelt weitergefeiert und getanzt. Glücklicherweise wurde  die ehemalige Villa-Bar um einen weitgehend überdachten Biergarten erweitert, sodass mehr Platz zum Tanzen war. Mehrere Spitzen-DJs wechselten sich in Schichten ab um den verschlammten Besuchern ordentlich einzuheizen.

Den Sonntag eröffneten auf der Hauptbühne Earl 16 & the Oneness Band, dann erschien Zoe & Band, die letztes Jahr in der Zeltbühne aufgetreten war. Macka B & Royal Roots Band, gefolgt von den Gladiators und Lady Saw, die uns empfahl unseren Körper zu lieben und unsere Mütter zu ehren folgten. Last but not least konnten wir den Sohn von Bob Marley, Julien erleben.

In der Zeltbühne traten zeitgleich Roykey, beNUTS, House of Riddim mit Mellow Mark, Jahcoustix, Uwe Banton von den Movements, die BLU MAN GROUP und Dawn Penn auf.

Es sei mir hoffentlich verziehen, wenn ich irgendwen nicht erwähnt habe, aber durch die Vielzahl der Bands und gelegentlichen Änderungen war es nicht so einfach, den Überblick zu bewahren.

Es hätte alles so schön und harmonisch sein können, wären nicht einige "Randalen" danach noch auf die Idee gekommen, sich eine Schlacht mit der Polizei zu liefern. Solch sinnlose Gewalt schreckt viele Besucher ab, verteuert das Festival oder verhindert es künftig vielleicht sogar. (AH)