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20. Africa Festival in Würzburg
Wer an Live-Musik afrikanischer Artists in Deutschland denkt, dem fällt in der Regel ein Festival zuerst ein: das Africa Festival in Würzburg. Dieses Festival, laut Veranstalterangaben das größte seiner Art in Europa, findet dieses Jahr bereits zum zwanzigsten Mal statt.

Der zu Recht gute Ruf des Africa Festivals gründet sich auf die Überschaubarkeit des Geländes, auf das – kein Widerspruch – vielfältige Angebot in musikalischer und kulinarischer, aber auch künstlerischer Hinsicht. So mancher afrikanischer Künstler durfte hier seine Deutschland-Premiere feiern.
Eröffnet wird das viertägige Festival am Donnerstag, den 22. Mai von Les Tambours De Brazza aus Congo. Sie kombinieren traditionelle Rhythmen mit Rap und Reggae. Tcheka aus Cabo Verde wird im Anschluss daran mit moderner Batuque-Musik begeistern. Ihm folgt einer der talentiertesten Gitarristen Westafricas: Dielly Moussa Kouyaté aus Guinea. Im Abendprogramm geht es zurück in den Congo: Lokua Kanza, ein honorabler Artist, der z.B. schon mit Manu Dibango gespielt hat, der Headliner des ersten Tages sein wird. Manu Dibango ist auch der musikalische Schirmherr des 20. Africa Festivals.

Der Freitag wird musikalisch von Adama Yalomba eröffnet, der mit Afro-Pop aus Bamako aufwartet. Boubacar Traoré, der übrigens mit dem Africa Festival Award ausgezeichnet wurde, wird das Festival mit melancholischem Mali Blues bereichern. In dieser Musikrichtung ist auch Vieux Farka Touré zuhause, der Sohn von Ali Farka Touré. Habib Koité, gern gesehener Gast des Africa Festivals, läutet den Abend des zweiten Festivaltages ein. Er wird von seiner Band Bamada unterstützt. Genau so hochkarätig geht es weiter: Youssou N’Dour, einer der bekanntesten Superstars Africas, von den Besuchern des Africa Festivals zum beliebtesten Artist gekürt, ist einer der Headliner des Festivals überhaupt. Er bringt die Sängerin Julia Sarr als special guest mit.
Am Samstag dürfen die Festival-Besucher zunächst musikalisch nach Burkina Faso reisen. Compagnie Sokan bieten neben traditionellen, mitreißenden Rhythmen auch eine sehenswerte Show. Mit Neco Novellas geht es weiter nach Moçambique. Die Musikerfamilie aus Maputo kombiniert Elemente aus Pop, Jazz, Reggae, Samba und Afro Beat zu einer Melange, die sie selber als „universale Musik“ bezeichnet. Toumast aus Niger mischen traditionelle Gesänge aus der Sahara mit Rock und Blues. Abends erlebt das Africa Festival eine weitere Deutschland-Premiere mit Mpho & Uvimba aus South Africa. In ihrer Heimat wird die Sängerin Mpho Motheane bereits als Nachfolgerin Miriam Makebas gehandelt. Afro Jazz und Township Jive beschreiben ihre Musik. Headliner des Samstags wird Angelique Kidjo aus Benin sein. Sie tritt bereits zum fünften Mal auf dem Africa Festival auf. Ihr aktuelles Album „Djin Djin“ enthält unter anderem combinations mit Carlos Santana und Ziggy Marley.

Der letzte Tag des Africa Festival ist traditionell reggae night. Leo’s Den aus Würzburg warten mit Roots Reggae auf. Soulig wird es dann mit Asa aus Nigeria. Nosliw, längst vom Geheimtipp zu einem der angesagtesten deutschsprachigen Dancehall Artists aufgestiegen, wird von der Feueralarm Band gebackt. Besonders hochkarätig besetzt ist das Abendprogramm des Sonntags. Hugh Masekela, Anti-Apartheid-Kämpfer und einer der wichtigsten afrikanischen Jazz Artists, wird die Besucher warm spielen, bevor das Jubiläums-Festival seinen Höhepunkt erreicht. Alpha Blondy, Friedensbotschafter der United Nations in Côte d’Ivoire und einer der begnadetsten Reggae Artists überhaupt, wird mit seiner Band The Solar System sein im Oktober 2007 erschienenes Album „Jah Victory“ vorstellen, aber auch mit Songs, die längst zu internationalen Klassikern avanciert sind, begeistern und mitreißen.

Neben den Konzerten hält das Africa Festival ein vielfältiges Rahmenprogramm bereit. Neben Podiumsdiskussionen und Dokumentarfilmen gehört dazu eine Fotoausstellung, Basar, Kinderprogramm, ein Zelt der Universität Würzburg und vieles mehr.

Das Ticket für das gesamte Festival kostet im Vorverkauf 103,40€. Einzelkarten für die Abendkonzerte kosten jeweils 29,70€ und beinhalten den Eintritt für den Basar, der sonst 5,00€ pro Person und Tag kostet. Übernachtung ist auf dem Campingplatz möglich, dies kostet 10,00€ pro Person für alle vier Tage. Tickets und weitere Informationen gibt es online unter www.africafestival.org oder telefonisch unter 0049.931.15060. (VZ)