Foto
Alpha Blondy in Kandel
Im Rahmen seiner Jah-Victory-Tour gab Alpha Blondy auch drei Konzerte in Deutschland (Kandel (Rheinland-Pfalz), Dortmund, München). Luna-Movie war live dabei in Kandel. Höchst ungewöhnlich war die Location: ein ganzjährig stehendes, beheiztes Zelt, das innen stark an einen Weihnachtsmarkt erinnerte, mit sehr kleiner Bühne. Der Veranstaltung verlieh das eine fast private Atmosphäre. Beginn sollte um 22 Uhr sein, Alpha kam allerdings erst um 23:30 Uhr aus Paris zurück, wo er an der Beerdigung seines Schwiegervaters teilgenommen hatte. Energiegeladen wie immer legte er los. Der größere Teil seines Programmes bestand aus Songs seines neuen Albums „Jah Victory“ – „Sankara“, „Ne tirez pas sur l’ambulance“, „Ranita“, „Mister grande gueule“, „Ikafo“ und „Wish you were here“ –, aber auch Klassiker wie „Psaume 23“, „Jerusalem“, „Masada“, „Cocody Rock“, „Peace in Liberia“ und „Brigadier Sabary“ kamen nicht zu kurz. Der sichtlich gut aufgelegte Alpha Blondy geizte nicht mit Handshakes für Zuschauer in der ersten und zweiten Reihe, schäkerte mit seiner Band und kam selbst nach der Zugabe noch drei Mal zurück auf die Bühne – „I love you so!“
Wenige Artists liefern dermaßen begeisternde und mitreißende Shows ab wie Alpha Blondy.
Nach seinem Auftritt hatte Luna Movie die Gelegenheit, ein kurzes Interview mit Alpha zu führen. Über die Ermordung Lucky Dubes sagte er, dass er tiefen Schmerz empfinde. Er liebe seine Musik und African Reggae sei die Zukunft des Reggae. Er denke aber, alles, was Gott entscheide, sei gut, und es müsse wohl einen Grund für Lucky Dubes frühen Tod geben. „Seine Seele ist ihn seiner Musik, das ist der beste Teil von ihm, und sie kann nicht sterben. Ich glaube nicht an den Tod. Gott ist kein Krimineller, Gott tötet nicht.“
Auf die Frage nach Alphas musikalischer Zukunft antwortete er, dass es ein neues Album nur geben würde, wenn sich „Jah Victory“ gut verkauft. In dieses Album habe er seine ganze Seele eingebracht, seinen Fans möchte er damit das Beste von sich geben. Alpha, der mittlerweile wieder in Abidjan, Côte d’Ivoire lebt, möchte dort auch in naher Zukunft seine erste offizielle Live-DVD aufnehmen. Der Friedensprozess in seinem Heimatland laufe gut und in die richtige Richtung, so der UNO-Friedensbotschafter. Er scheine zu dauerhaftem Frieden zu führen und ermögliche es Côte d’Ivoire, zur Demokratie zurück zu kehren. (vz)