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… oder auch: klein, aber fein. Treffender lässt sich der Reggae Jam im niedersächsischen Bersenbrück kaum beschreiben. Zwar ist er so alt wie der Chiemsee Reggae Summer – beide feiern dieses Jahr ihren 15. Geburtstag –, aber bis vor einigen Jahren war er nur wenigen Liebhabern bekannt. Mittlerweile ist er alles andere als ein Geheimtipp: im diesjährigen Riddim-Leserpoll wurde er zum beliebtesten Festival gewählt und verdrängte so erstmals den SUMMERJAM von Platz eins – und das auch noch mit gewaltigem Vorsprung. Was macht den Reggae Jam so fein? Eine Rolle spielt sicher die Größe. Mit lediglich gut 10000 Besuchern ist alles überschaubarer, die Atmosphäre familiärer, entspannter. Die Location, ein schattiger Klostergarten, tut ihr übriges. Auch die Ticketpreise locken. Mit lockeren 40€ ist man das ganze Wochenende inklusive Camping dabei. Vergleichbare etablierte Festivals kosten mindestens das Doppelte. Der Hauptgrund für den Erfolg dürfte dennoch das einzigartige Line Up sein. Man setzt auf große Namen, die nur wenigen der Ich-bin-durch-Gentleman-zu-Reggae-gekommen-Generation etwas sagen. Das senkt die Kosten und erhöht das Vergnügen. Viele der gebuchten Artists treten zudem nur noch selten auf.

In diesem Jahr lassen Namen wie Third World und Misty in Roots die Herzen von Roots-Veteranen höher schlagen. Artists, die SUMMERJAM und Chiemsee Reggae Summer dieses Jahr links liegen lassen. Mainstream pur ist Ali Campbell, bekannt geworden als Leadsänger von UB40 – aber wen interessiert das bei dieser einzigartigen, unverwechselbaren Stimme? Für conscious messages sorgen andere. Glenn Washington beispielsweise, Cocoa Tea, oder Raggamuffin-Star Macka B.
Jamaika ist gut vertreten auf dem Reggae Jam, mit altehrwürdigen Artists wie Chaka Demus & Pliers, Lt. Stitchie, Horace Andy, aber auch mit aktuellen Stars wie Busy Signal. Und mit Kevin Isaac, niemand geringerem als der Sohn von Gregory. Auf seinen Vater sollte man ihn allerdings nicht reduzieren, auch wenn er mit einigen seiner Klassiker aufwarten sollte.
Garanten für gute Stimmung sind auch einige der deutschen Artists wie Jahcoustix, Ganjaman und Sebastian Sturm. Dancehall-Aficionados kommen bei David Rodigan, Barney Millah und Soundquake auf ihre Kosten. Und noch ist nicht jeder Slot besetzt!

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, muss sich beeilen: die Tickets sind limitiert. Für 40€ zuzüglich einem Euro Versand können sie direkt auf der Website des Veranstalters gebucht werden (www.reggaejam.de). Ab dem 16. Juni sind fünf Euro mehr fällig. Tagestickets kosten zwischen 20 und 23€, beinhalten aber kein Camping. Kinder bis zum vollendeten elften Lebensjahr haben in Begleitung eines Erziehungsberechtigten freien Eintritt. Weitere Informationen sind online auf der Veranstalter-Website verfügbar. (Valentin Zill, 19.04.2009)

Bis jetzt bestätigt: Ali Campbell, Cocoa Tea, Third World, Busy Signal, Lt. Stitchie, Papa San, Daddy Freddie, Chaka Demus & Pliers, Glenn Washington, Horace Andy, Bitty McLean, Misty in Roots, Macka B, Jahcoustix, Kevin Isaacs, Daniel Brown, Ray Darwin, Sebastian Sturm, Ganjaman, Klarbautermann, Martin Zobel, Beatsafari, Cornadoor, David Rodigan, Soundquake, Barney Millah, Sheriff‘s Soundpatrol, Blessed Love, Outernational Sounds, Yalla Yalla Movement, Boomboxx Sound CH